In Zusammenarbeit mit dem mudac präsentiert die Cinémathèque suisse die Retrospektive «Isao Takahata: Der Geist des Ghibli», parallel zur Ausstellung, die das Lausanner Museum dem japanischen Filmemacher widmet. Seine grössten Erfolge werden im Capitole vorgeführt, von Pompoko über Die Abenteuer des kleinen Pandas bis hin zu Die letzten Glühwürmchen und Episoden der Serie Heidi. Ein Programm sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.
Takahatas Werk gilt als äusserst einflussreich und umfasst fünf Jahrzehnte voller Kreativität und Humanismus. Von seinen Serien (Die Abenteuer des kleinen Pandas, Heidi) bis hin zu seinen bekanntesten Werken (Die letzten Glühwürmchen, Pompoko) bietet diese Auswahl einen tiefen Einblick in die Karriere dieses Meisters des Animationsfilms, dessen vielfältige Filme teilweise sehr unterschiedliche Stile aufweisen. Die Retrospektive umfasst auch den einzigen von Takahata inszenierten Live-Action-Dokumentarfilm The Story of Yanagawa’s Canals, der in der Schweiz bisher unveröffentlicht ist und den man keinesfalls verpassen sollte.
Takahata, der Produzent
Neben seinen eigenen Filmen wurde Takahata auch in die Produktion mehrerer Filme einbezogen. Zwei von ihnen werden in der ihm gewidmeten Hommage gezeigt: Zunächst Das Schloss im Himmel Château dans le ciel, der erste Film, den Hayao Miyazaki für das Studio Ghibli realisierte, das er mit seinem Weggefährten Takahata gegründet hatte. Anschliessend folgt ein weiteres Bijou, das zeitgenössischer und europäischer ist: der Animationsfilm Die rote Schildkröte. Takahata bewunderte die Kurzfilme von Michael Dudok de Wit und ermutigte den niederländischen Filmemacher, zum Langfilm überzugehen; er stand ihm dabei auch künstlerisch zur Seite.
Die Einflüsse
Im dichten und an Anspielungen reichen Werk des gebildeten Takahata sind Spuren von Einflüssen wahrnehmbar. Um diese besser zu erkennen, ergänzen drei für die Methodik des Japaners wesentliche Filme diese Retrospektive: Le Roi et l’Oiseau (Der König und der Vogel) von Paul Grimault, dessen Arbeit am Realismus der Animation und dessen Brecht'scher Ansatz von grundlegender Bedeutung waren. Der Realismus, ein Schlüsselbegriff in Takahatas Werk, hat seinen Ursprung unter anderem im italienischen Neorealismus (Ladri di biciclette), während die Animation und der Umgang mit der Farbe Weiss bei Frédéric Back (Crac!) seinen Blick geprägt haben.