Mit einer Auswahl von Kurzfilmen, die gratis online angesehen werden können, bietet jeden Monat die Cinémathèque suisse einen Einblick in ihre Sammlungen. Im Mai, Histoire de Monsieur Vieux-Bois von Lortac et Cavé (1921).
Der 1921 von Robert Lortac und Antoine Payen – genannt Cavé – nach den Zeichnungen von Rodolphe Töpffer gedrehte Film, Histoire de M. Vieux Bois, ist ein Meilenstein in der Geschichte des Animationsfilms. Durch die Adaption des Werks des bekannten Genfer Künstlers und Schriftstellers, der als einer der Erfinder des modernen Comics gilt, schafft der Film eine wesentliche Verbindung zwischen den ersten gezeichneten Erzählungen und dem aufkommenden Kino. Sein visueller Humor, sein verspielter Rhythmus und seine noch handwerklich anmutende Animation mit Federzeichnungen und Papierschnitten zeugen von den formalen Experimenten, die die Anfänge des europäischen Zeichentrickfilms prägen.
Die digitale Restaurierung in 4K erfolgte mit der Unterstützung von Memoriav im Jahr 2016 in Zusammenarbeit mit dem Labor L’Immagine Ritrovata in Bologna anhand eines Original-Nitratnegativs, das Olivier Dunant in der Cinémathèque suisse hinterlegt hatte. Eine Kopie aus der Zeit, als der Film herauskam, diente als Referenz für die Lichtbestimmung. Ausserdem wurde eine Sicherung auf Negativfilm durchgeführt. Die 2022 aufgenommene Musikbegleitung ist eine Komposition der Pianistin Shirley Hofmann.
Im Rahmen der Zusammenarbeit Unil+Cinémathèque suisse ist der Film derzeit Gegenstand einer vertieften historischen Untersuchung im Kontext des Projekts «Histoire de l’animation suisse francophone», das vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung unterstützt wird.