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Neuigkeiten

Régulièrement, la Cinémathèque suisse enrichit son catalogue avec des films récents importants - remarqués ou récompensés dans les plus grands festivals mais qui n'ont pas trouvé de distributeurs suisses - ainsi qu'avec des films issus du patrimoine cinématographique mondial. Cette page présente les dernières nouveautés du catalogue de la Cinémathèque suisse disponibles pour les salles et ciné-clubs suisses.


Sortie alémanique le 10 août 2017 (automne en Suisse romande et italienne)

Eraserhead

États-Unis · 1977 · 89'
Regisseur/in David Lynch
Schauspieler/innen Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph, Jeanne Bates, Judith Roberts
Kopie/n DCP, Anglais UT FR & DE & IT
«David Lynch, der während seines Kunststudiums an der Pennsylvania Academy of Fine Arts Kurzfilme gedreht hatte, arbeitete fünf Jahre lang in Los Angeles an der Fertigstellung dieses Spielfilmdebüts, das (zumeist nachts) auf 35-mm-Film und in Schwarzweiss gedreht wurde. Er war Drehbuchautor, Regisseur und Ausstatter in einem und zeichnete auch für die wunderbar schmuddeligen Spezialeffekte. Es wirkt so, als hätte er die Experimentalfilm-Bewegung neu erfunden; wenn man sich diesen gewagt irrationalen Film anschaut, der sich für die Logik der Träume interessiert, hat man fast das Gefühl, einen europäischen Avantgarde-Gruselfilm der 20er- oder der frühen 30er-Jahre zu sehen. Da gibt es Bilder, die an Fritz Langs M, Cocteaus Le sang d’un poète und Buñuels Un chien andalou erinnern, und doch ist hier eine völlig neue Sensibilität am Werk. Lynch zieht uns in wurmige Angstzustände hinein. Die Zeit scheint komplett stillzustehen, wenn der Held Henry, dessen Haare wie unter Dauerschock in einer rechteckigen Afro-Tolle senkrecht aufstehen, durch Strassen zieht, die an jene erinnern, durch die Peter Lorre in M geschlichen ist. Henry scheint dem Unterbewusstsein des Zuschauers zu entspringen; er erlebt die schlimmsten Ängste eines Mannes vor Brautwerbung, Ehe und Vaterschaft (sein Spross ist ein quäkendes Monstrum). Der schleppende, seltsame Rhythmus wirkt sehr verstörend und ist gewöhnungsbedürftig, und doch ist das ein ganz und gar verblüffender, sinnlicher Film; er enthält sogar ein Element von Science-Fiction und ein paar schauerliche Musical-Einlagen, und die Tonspur ist ebenso originell und sonderbar wie die Bildsprache. Im zeitgenössischen Kino gibt es wohl nichts, was so gespenstisch erotisch wirkt wie der Augenblick, da Henry mit dem Mädchen von gegenüber Ehebruch begeht und das Liebespaar in seinem Bett verfliesst – in der Flüssigkeit verschwindet, bis nur noch die Haare der Frau obenauf treiben.» (Pauline Kael: 5001 Nights at the Movies, Marion Boyars 1993)

Sortie romande et alémanique dès le 5 avril 2017

Mort de Louis XIV, La

Portugal, France, Espagne · 2016 · 115'
Regisseur/in Albert Serra
Schauspieler/innen Jean-Pierre Léaud, Marc Susini, Bernard Belin
Kopie/n DCP, Français UT DE

Der vierte Langfilm des katalanischen Cineasten Albert Serra ist ein Kammerspiel: Zwei Wochen lang machen Höflinge, Ärzte, Geistliche und Minister dem König auf seinem Totenbett ihre Aufwartung. Der Fokus liegt nicht darauf, wie Frankreich den Verlust seines Königs erlebt, sondern wie ein Mann sich mit Schmerzen inmitten des Alltagsgeschehens auf seinen Tod vorbereitet.

August 1715: Ludwig der XIV verspürt nach einem Spaziergang einen stechenden Schmerz im Bein. In den folgenden Tagen führt er seine Regierungsgeschäfte weiter, doch das Fieber steigt und steigt. So beginnt der lange Todeskampf des grössten Königs von Frankreich.

Das Erleben des Todes
«Mein Ausgangspunkt war die Dichotomie des Todes: wie ihn der König für sein Umfeld inszeniert und wie er ihn in seinem Innersten erlebt. Die Darstellung des Todes eines Königs bedeutet, einen Mythos heraufzubeschwören und ihn mit dem Gewöhnlichen und Intimen in Beziehung zu setzen. Ich habe eine legendäre Figur gewählt, mich intensiv mit ihr befasst und mich gewissermassen in ihre Haut versetzt. Der Mythos muss aufs Banale heruntergebrochen werden, damit man die Umstürze und Wendungen in der Geschichte anhand elementarster und somit menschlichster Details erkunden kann. Der Zuschauer wird seine Vorurteile gegenüber einer berühmten historischen Persönlichkeit überdenken und sich von den Codes der Dramaturgie und den vermeintlich wahren Momenten einer Agonie lösen müssen.» (Albert Serra)

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Sortie romande le 1er février 2017

propera pell, La

(propera pell, La)
Espagne, Suisse · 2016 · 103'
Regisseur/in Isaki Lacuesta, Isa Campo
Schauspieler/innen Emma Suárez, Sergi López, Àlex Monner
Kopie/n DCP, Français, Espagnol, Catalan UT FR & DE

Der gekonnt inszenierte, von der spanischen Kritik gelobte und am Festival des spanischen Films in Malaga mehrfach ausgezeichnete Psychothriller La propera pell befasst sich mit der Bedeutung des Gedächtnisses bei der Identitätsbildung. Der erste gemeinsame Film des Katalanen Isaki Lacuesta, einer wichtigen und in der Schweiz leider wenig bekannten Persönlichkeit des zeitgenössischen spanischen Films, und seiner langjährigen Ko-Autorin Isa Campo.

Der kleine Gabriel (Alex Monner) verschwindet nach dem Unfalltod seines Vaters. Alle glauben, dass er tot ist, doch acht Jahre später findet man ihn in einem Jugendheim wieder. Seine Mutter Ana (Emma Suárez), die die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Sohn nie verloren hatte, erkennt ihn trotz der vielen Jahre, die verflossen sind, sofort wieder. Mit 17 kommt Gabriel in seine Familie zurück, doch der Onkel (Sergi López) misstraut seiner Identität. Nach und nach stellen sich Zweifel ein: Handelt es sich wirklich um das damals verschwundene Kind?

“Wir schrieben diese Geschichte 2005 für Emma Suárez. Acht Jahre mussten wir warten, bis das Kind Alex Monner grösser wurde und unseren Protagonisten Gabriel darstellen konnte. Mehrere Themen, die uns damals faszinierten, stehen in La propera pell immer noch im Vordergrund: die Verleugnung, die Instabilität familiärer Bande, das Bedürfnis nach bedingungsloser Liebe, die zerbrechliche Grundlage der Identität und der Wunsch, sich in jemand anderen zu verwandeln. Wir wollten keinen Film über diese Themen machen, sondern über Menschen, die die gewöhnlichsten Gefühle haben, sie aber auf extreme Weise ausleben.” (Isa Campo und Isaki Lacuesta)

propera pell, La

Sortie romande le 1er février 2017

Ornitólogo, O

(Ornithologe, Der)
Portugal, France, Brésil · 2016 · 117'
Regisseur/in João Pedro Rodrigues
Schauspieler/innen Paul Hamy, Xelo Cagiao, Han Wen, João Pedro Rodrigues
Kopie/n DCP, Portugais, Anglais, Chinois (traditionnel), Latin UT FR & IT

Der neueste Film des portugiesischen Regisseurs João Pedro Rodrigues erhielt am Filmfestival Locarno 2016 den Leoparden für die beste Regie. «Der Ornithologe» ist von der Figur des heiligen Antonius inspiriert und erkundet die Beziehung von Spiritualität und Reisen.

Der Ornithologe Fernando fährt in seinem Kayak einen ruhigen Fluss im Norden Portugals hinunter auf der Suche nach Schwarzstörchen, als er plötzlich von Stromschnellen mitgerissen wird. Er kentert und wird mitten in der Wildnis von zwei Chinesinnen gerettet, die auf einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela sind. Auf seinem Weg durch den Wald macht er die Bekanntschaft von betrunkenen Männern, die als Schamanen verkleidet sind. Der Parcours bizarrer Prüfungen führt Schritt für Schritt zu einer völligen Verwandlung von Fernando: Er wird zu einem neuen Menschen und schliesslich ganz und gar geläutert.

«Der heilige Antonius ist in der portugiesischen Kultur und Gesellschaft tief verankert.[…] Das Schicksal des 1195 als Fernando in Lissabon geborenen Mannes ist stark von Reisen und Navigation geprägt. Jeder heute lebende Portugiese weiss, dass es den heiligen Antonius auf seiner Rückfahrt von einer Evangelisierungs-Mission in Marokko nach Süditalien verschlug. Dort verbrachte er – seiner Berufung folgend – ein Leben, das später legendär werden sollte und ihn schliesslich in die Stadt Padua führte […]. Der Film ist eine gewagte und an Blasphemie grenzende Anspielung auf das Leben des Heiligen. Manche Passagen seiner Predigt von 1222 sowie einige Episoden finden Eingang im Film, doch in dessen weiterem Verlauf nimmt das Fiktive überhand. Dennoch sind der Geist des heiligen Antonius und dessen Wirken im Film nicht zu übersehen; sie führen Fernando letztlich zu seiner neuen Identität.
Die Gedanken rund um die Spiritualität, die in meinem Film «Morrer Como um Homem» ihren Anfang nahmen und mit der Reise in «A Última Vez Que Vi Macau» weiterentwickelt wurden, liegen auch diesem neuen Projekt zugrunde. «Der Ornithologe» vertieft diese beiden Aspekte in Form einer initiatorischen Suche und Erkundungsreise.» João Pedro Rodrigues

«Ein beeindruckendes Gemälde inmitten einer üppigen und von vieldeutigen Tiergestalten besiedelten Natur» Luc Chessel, Libération, 9. August 2016

«Die formale Schönheit des Films, seine symbolhafte Effloreszenz, seine Unvorhersehbarkeit und seine berauschende Stimmungsfülle malen eine der inspirierendsten Filmreisen der letzten Jahre» Mathieu Macheret, LE MONDE, 29. November 2016

Ornithologe, Der

Disponible de suite

Blow-Up

(Blow Up)
Italie, Royaume-Uni, États-Unis · 1966 · 111'
Regisseur/in Michelangelo Antonioni
Schauspieler/innen Vanessa Redgrave, Sarah Miles, David Hemmings
Kopie/n DCP, Anglais UT FR | DCP, Anglais UT DE | DCP, Anglais UT IT
Thomas (David Hemmings) lebt im London des Jahres 1966. Er ist ein gelangweilter Modefotograf und verachtet alle Schmalspurschönheiten um sich herum. Eines Tages fotografiert er in einem Park ein küssendes Pärchen. Wenig später spürt ihn die Frau (Vanessa Redgrave) auf und verlangt den Film zurück. Nach einigem Hin und Her händigt Thomas ihr ein Filmröllchen aus, behält aber eine Kopie für sich. Er schaut sich die entwickelten Fotos an und glaubt, einen Mordversuch zu sehen…
Blow Up

Disponible de suite

Night and the City

(Ratte von Soho, Die)
États-Unis · 1950 · 95'
Regisseur/in Jules Dassin
Schauspieler/innen Gene Tierney, Richard Widmark, Googie Withers
Kopie/n 35 mm, Anglais UT FR & DE | DCP, Anglais UT FR | DCP, Anglais UT DE

«Ein bizarrer Film noir mit Richard Widmark als kleinem Nachtclub-Kundenfänger, der versucht, sich ins Wrestling-Wettgeschäft zu mischeln und sich schliesslich, als er von seinen Kumpeln aufgespürt wird, als Ziel einer möderischen Menschenjagd sieht. Angesiedelt in einem London, in dem sich Widmark die meiste Zeit in dunkle Seitengassen verdrückt, zeigt der Film die Stadt in neo-expressionistischer Manier als groteske, beängstigende, anonyme Falle. Obschon die Stilisierung der Figuren, die theoretisch zwar interessant ist, nicht ganz überzeugt, ist dies ein faszinierendes Werk.» (Time Out Film Guide)

(filmpodium)

Ratte von Soho, Die

Disponible de suite

Berberian Sound Studio

Royaume-Uni · 2012 · 92'
Regisseur/in Peter Strickland
Schauspieler/innen Toby Jones, Cosimo Fusco, Antonio Mancino, Fatma Mohamed
Kopie/n Anglais UT FR | DCP, Anglais UT DE | DCP, Anglais UT IT

Dans les années 1970, un ingénieur du son anglais se rend 
à Rome pour la postsynchronisation d’un giallo. Fils à maman fragile, habitué aux docus animaliers, il suggère la violence baroque et stylisée du film par des bruitages inattendus. Un travail qui va peu à peu prendre une tournure angoissante…

«Cinéma dans le cinéma, c'est aussi une plongée au cœur de l'invention des univers sonores. Fruits et légumes broyés, tranchés, coupés, évoquent les chairs martyrisées de personnages figurant sur une pellicule qui restera toujours hors champ. On peut voir le film de Peter Strickland, jeune cinéaste britannique, également auteur de musiques bruitistes, comme un hommage cinéphile, un film de terreur, une comédie étrange et une relecture des clichés cinématographiques» (Jean-François Rauger, Le Monde, 2013).