Cinémathèque suisse - site officiel

Neuigkeiten

Die Cinémathèque suisse ergänzt ihren Katalog regelmässig mit wichtigen neuen Filmen – die an grossen Festivals erwähnt oder ausgezeichnet wurden, aber keine Schweizer Verleiher fanden – sowie mit Werken des Weltfilmerbes. Auf dieser Seite entdecken Sie alle Neuheiten des Katalogs der Cinémathèque suisse, die für die Kinos und Filmklubs in der Schweiz verfügbar sind.

Sortie alémanique dès le 1 février 2018

propera pell, La

(propera pell, La)
Espagne, Suisse · 2016 · 103'
Regisseur/in Isaki Lacuesta, Isa Campo
Schauspieler/innen Emma Suárez, Sergi López, Àlex Monner
Kopie/n DCP, Français, Espagnol, Catalan UT FR & DE

Der gekonnt inszenierte, von der spanischen Kritik gelobte und am Festival des spanischen Films in Malaga mehrfach ausgezeichnete Psychothriller La propera pell befasst sich mit der Bedeutung des Gedächtnisses bei der Identitätsbildung. Der erste gemeinsame Film des Katalanen Isaki Lacuesta, einer wichtigen und in der Schweiz leider wenig bekannten Persönlichkeit des zeitgenössischen spanischen Films, und seiner langjährigen Ko-Autorin Isa Campo.

Der kleine Gabriel (Alex Monner) verschwindet nach dem Unfalltod seines Vaters. Alle glauben, dass er tot ist, doch acht Jahre später findet man ihn in einem Jugendheim wieder. Seine Mutter Ana (Emma Suárez), die die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Sohn nie verloren hatte, erkennt ihn trotz der vielen Jahre, die verflossen sind, sofort wieder. Mit 17 kommt Gabriel in seine Familie zurück, doch der Onkel (Sergi López) misstraut seiner Identität. Nach und nach stellen sich Zweifel ein: Handelt es sich wirklich um das damals verschwundene Kind?

“Wir schrieben diese Geschichte 2005 für Emma Suárez. Acht Jahre mussten wir warten, bis das Kind Alex Monner grösser wurde und unseren Protagonisten Gabriel darstellen konnte. Mehrere Themen, die uns damals faszinierten, stehen in La propera pell immer noch im Vordergrund: die Verleugnung, die Instabilität familiärer Bande, das Bedürfnis nach bedingungsloser Liebe, die zerbrechliche Grundlage der Identität und der Wunsch, sich in jemand anderen zu verwandeln. Wir wollten keinen Film über diese Themen machen, sondern über Menschen, die die gewöhnlichsten Gefühle haben, sie aber auf extreme Weise ausleben.” (Isa Campo und Isaki Lacuesta)

propera pell, La

Sortie romande et alémanique dès le 1 février 2018

Johanna

Hongrie · 2005 · 83'
Regisseur/in Kornél Mundruczó
Schauspieler/innen Orsolya Tóth, Zsolt Trill, Eszter Wierdl
Kopie/n DCP, Hongrois UT FR & DE

Johanna, eine junge Drogensüchtige, fällt nach einem Unfall ins Koma und überlebt wie durch ein Wunder. Von dieser Gnade berührt, wird sie Krankenpflegerin und kann die Patienten mit ihrem Körper heilen. Ein junger Arzt ist frustriert, weil sie ihn dauernd abweist, und hetzt das Spitalpersonal gegen sie auf. Doch die dankbaren Patienten beschützen sie mit vereinten Kräften ... Eine filmische und musikalische Auslegung der Passion der Jeanne d’Arc, die durch die Interpretation von Orsolya Tóth, der Muse des Cineasten, zusätzlichen Glanz erhält. «Ich wollte mit meinem Film zeigen, was es bedeutet, anders zu sein; anders zu sein im Streben nach Güte. (…) Ich fühlte, dass das Thema nach einer monumentalen Form verlangte, die wir in der Oper fanden. Es war eine Herausforderung, uns mit einem neuen Ansatz an dieses Genre zu wagen, das heute aus der Mode gekommen ist.» (Kornél Mundruczó).

Pleasant Days

Hongrie · 2002 · 83'
Regisseur/in Kornél Mundruczó
Schauspieler/innen Tamás Polgár, Orsolya Tóth, Kata Wéber
Kopie/n DCP, Hongrois UT FR | DCP, Hongrois UT DE

Der in einer Erziehungsanstalt inhaftierte Péter erhält die Erlaubnis, seine Schwester zu besuchen. An ihrer Arbeitsstelle in einem Waschsalon beobachtet er heimlich, wie ein junges Mädchen ein Kind gebärt und seine Schwester es ihr abkauft. Einige Zeit später, als die Mutter ihr Kind wiederhaben möchte, wird Péter hin und her gerissen zwischen seiner Schwester, die ihn manipuliert, und dem Mädchen, von dem er sich immer stärker angezogen fühlt. Nach dem Muster einer klassischen Tragödie zeichnet Pleasant Days das Porträt einer verletzten Jugend, die in der grauen ungarischen Provinz herumhängt und nur über Sex und Gewalt kommunizieren kann. Kraftvoll, mit beissendem Humor und schlichten Bildern entwickelt Kornél Mundruczó die Thematiken der Frustration und des Abreagierens und kann dabei auf die geradlinige und sinnliche Präsenz der Protagonisten zählen.

Tender Son: The Frankenstein Project

Autriche, Allemagne, Hongrie · 2010 · 106'
Regisseur/in Kornél Mundruczó
Schauspieler/innen Rudolf Frecska, Kornél Mundruczó, Lili Monori, Kitty Csíkos
Kopie/n DCP, Hongrois UT FR | DCP, Hongrois UT DE

Vor langer Zeit erschuf ein junger Mann ein Kind, ohne je zu wissen, was aus ihm wurde. Mit 17 Jahren kommt sein Sohn Rudi zurück, mit der Absicht, seine Mutter wiederzufinden, nachdem er in einer Institution aufgewachsen war. Er erhofft sich von seiner Mutter Wertschätzung und Zuneigung und möchte die Identität seines Vaters erfahren, muss aber feststellen, dass er nicht willkommen ist. Der Zufall will es, dass Rudi an einem Casting teilnimmt. Der Filmregisseur ist von seiner Arglosigkeit fasziniert und möchte ihn als Hauptdarsteller. Doch ein schreckliches Ereignis setzt Rudis guten Absichten schon bald ein Ende. Er wird zum gejagten Mörder, und der Regisseur entdeckt, dass dieser merkwürdige und schweigsame Junge sein Sohn ist, ein Monster, das er selbst erschaffen hat. Seine einzige Möglichkeit besteht nun darin, das grausame Schicksal seines Sohns zu teilen und mit ihm die Erlösung zu suchen. Eine Adaption des Romans Frankenstein von Mary Shelley.

Sortie romande et alémanique dès le 3 janvier 2018

Hitlers Hollywood

(Hitlers Hollywood)
Allemagne · 2017 · 105'
Regisseur/in Rüdiger Suchsland
Schauspieler/innen

WAS WEISS DAS KINO, WAS WIR NICHT WISSEN?

Über 1000 Spielfilme wurden in den Jahren 1933-1945 in Deutschland hergestellt. Bei den wenigsten handelt es sich um offene Propaganda. Aber noch weniger, der im Nationalsozialismus produzierten Filme, sind harmlose Unterhaltung. Das nationalsozialistische Kino war staatlich gelenkt. Zugleich wollte es „großes Kino" sein. Eine deutsche Traumfabrik. HITLERS HOLLYWOOD erzählt erstmals von der dunkelsten und dramatischsten Periode deutscher Filmgeschichte, und erinnert zum hundertsten Geburtstag der Ufa an diese Filme und ihre Stars: Hans Albers, Heinz Rühmann, Zarah Leander, Ilse Werner, Marianne Hoppe, Gustaf Gründgens und viele mehr. Die NS-Filme waren nicht nur technisch perfekt gemacht, sie waren emotional, weckten Sehnsüchte, ließen träumen, boten Zuflucht. Das Kino war industriell vorgefertigt und manipulativ. Vielleicht waren die Gefühle, die diese Filme weckten, oft ein Selbstbetrug, falsche Gefühle. Aber es waren eben Gefühle. Nur so ist die Wirkungskraft des NS-Kinos zu erklären. Millionen gingen seinerzeit ins Kino. Welche Träume träumten die Deutschen in ihrer ureigenen germanischen Traumfabrik? Wovon sollten sie träumen, wenn es nach den Machthabern ging? Wie funktioniert Propaganda?

Hitlers Hollywood

Von Caligari Zu Hitler

(Von Caligari Zu Hitler)
Allemagne · 2014 · 118'
Regisseur/in Rüdiger Suchsland
Schauspieler/innen
Die Weimarer Republik zwischen 1918 und 1933 war der freiheitlichste Staat auf deutschem Boden; eine wilde Epoche, geprägt von politischen Verwerfungen, wirtschaftlicher Krise und kulturellem Glanz. Es war auch die bis heute wichtigste Zeit des deutschen Kinos, eine der größten und wunderbarsten Epochen des Kinos überhaupt, eine Zeit voller Wunder und wunderbarer Einfälle. Hier wurden die ästhetischen Grundlagen der “siebten Kunst” erfunden, Leitmotive, Archetypen und Genres etabliert, die das Kino der Welt bis heute wesentlich prägen. Weimars Regisseure wie Murnau, Lang, Lubitsch, Pabst, Sternberg, Wilder und Ruttmann sind bis heute legendär; seine Schauspielstars wie Marlene Dietrich, Louise Brooks, Emil Jannings und Conrad Veidt unvergessen, Szenen aus Filmen wie Nosferatu, Das Cabinet des Doktor Caligari, Metropolis, M, Menschen am Sonntag, Berlin. Die Symphonie der Großstadt und Der Blaue Engel entfalten bis heute ihre unvergleichliche Aura.
Von Caligari Zu Hitler

Sortie romande et alémanique dès le 13 décembre 2017

Berberian Sound Studio

Royaume-Uni · 2012 · 92'
Regisseur/in Peter Strickland
Schauspieler/innen Toby Jones, Cosimo Fusco, Antonio Mancino, Fatma Mohamed
Kopie/n Anglais UT FR | DCP, Anglais UT DE | DCP, Anglais UT IT

Der Gewinner von vier Auszeichnungen am British Independent Film Award im Jahr 2012 und an zahlreichen Festivals prämierte Berberian Sound Studio ist Peter Stricklands zweiter Langfilm. Der britische Filmemacher erhielt 2009 einen Silbernen Bären für seinen ersten Film, Katalina Varga, und arbeitet gegenwärtig an der Postproduktion seines letzten Films, The Field Guide to Evil, der über Crowdfunding finanziert wurde.

Berberian Sound Studio nahm am Concorso internazionale des Filmfestivals Locarno teil, kam aber nie in die Schweizer Kinos. Nun ist er für die Kinosäle und Filmklubs verfügbar. In den 1970er-Jahren begibt sich ein britischer Toningenieur für die Postsynchronisation eines Giallo-Films nach Rom. Das eher mit Naturdokumentationen vertraute sensible Muttersöhnchen deutet die verschrobene und stilisierte Gewalt im Film mit ungewohnten Geräuschen an. Eine Arbeit, die nach und nach eine äusserst beängstigende Wendung nimmt …

«Der Film im Film lässt uns in ungeahnte Geräuschwelten eintauchen. Früchte und Gemüse werden zerhackt, geschnitten, zerkleinert und lassen Assoziationen zu den gemarterten Körpern der Personen aufkommen, die jedoch nie im Bild zu sehen sind. Der Film von Peter Strickland, dem jungen britischen Filmemacher und Komponisten von bruitistischer Musik ist eine cinephile Hommage, ein Horrorfilm, eine ungewöhnliche Komödie und eine neue Lesart filmischer Klischees» (Jean-François Rauger, Le Monde, 2013).