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1951 übernimmt der Journalist und Filmkritiker Freddy Buache die Leitung der Cinémathèque. Unter prekären finanziellen Bedingungen gelingt es, laufend schweizerische und ausländische Filme zu erwerben, darunter Klassiker des Stummfilms von David Wark Griffith, Friedrich Wilhelm Murnau, Georg Wilhelm Pabst oder Robert Flaherty.
Unter Buaches Leitung wird die Cinémathèque zum Ort einer Gegenkultur, die dem kommerziellen Kino dezidiert entgegentritt. Surrealistisches von Luis Buñuel wird gezeigt, Anarchisches von Michel Simon, Verbotenes von Nagisa Oshima. Während des Kalten Krieges gelangt junges Kino aus Polen (Andrzej Wajda, Andrzej Munk), Russland (Sergej Paradschanow, Andrej Tarkowskij) und der Tschechoslowakei (Milos Forman) zur Aufführung. Autoren wie Jean-Luc Godard, Jean-Marie Straub und Danièle Huillet sowie Marguerite Duras wird immer wieder grosser Platz eingeräumt. 1973 gründet Buache die Publikationsreihen „Histoire et théorie du cinéma“ und „Cinéma vivant“, die der Auseinandersetzung mit der Geschichte und Theorie des Kinos resp. dem zeitgenössischen Filmschaffen gewidmet sind.
Bei der Erneuerung des Schweizer Films in den 1960er und 1970er Jahren spielt Freddy Buache eine ähnliche Schlüsselrolle wie Henri Langlois für die französische Nouvelle Vague. Durch publizistische Beiträge und den Einsitz in eidgenössischen Kommissionen schafft Buache ideelle und finanzielle Grundlagen, von denen zunächst Filmemacher wie Alain Tanner, Claude Goretta und Michel Soutter, später auch Daniel Schmid, Jacqueline Veuve und Fredi M. Murer profitieren können.
Weitere Informationen: "Freddy Buache: Derrière l'écran", Gespräche mit Christophe Gallaz und Jean-François Amiguet, Editions Payot Lausanne, 1995, 222 Seiten.